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Wo schläft ein Vater nach der Geburt?

PAPIPEDIA – Alles, was Väter und ihre Kinder brauchen

Es klingt, gerade in den Ohren jener Männer, die noch nicht Vater geworden sind, sicherlich unglaublich kitschig – aber es ist wahr: Zuallererst ist das mit der Geburt des eigenen Kindes einfach mal ein irres Gefühl.

© Foto: Freepik

Es ist wohl sogar das unglaublichste Gefühl überhaupt, miterleben zu dürfen, wie sein eigenes Kind das Licht der Welt erblickt. Es gibt eigentlich nichts, was einen Menschen emotional mehr bewegt. Keine sportliche Höchstleistung. Kein dicker Deal mit irgendwem über irgendwas. Kein noch so toller Sandstrand in noch so fernen Ländern. Das alles ist wunderbar, keine Frage. Aber sein eigenes Kind bei der Geburt in Empfang zu nehmen, ist einfach einzigartig. Jetzt ist man also wirklich Vater … und dieses Baby wird einem viele großartige Momente bescheren.

Wer schläft wo? Und wenn ja, wie lange?

Das Thema schlafen beschäftigt Eltern auf vielen Ebenen. Vor allem geht es darum, dass das Baby »gut« schläft – was immer das auch heißen mag. Die meisten Eltern meinen damit, dass das Baby dann schläft, wenn sie selbst auch schlafen wollen. Also nachts. Aber die eigentlich zentrale Frage ist: Wer schläft wo?

Wo schläft ein Vater nach der Geburt?

Die meisten Paare schlafen vor der Geburt des ersten Kindes gemeinsam in einem Bett. Nur selten gibt es in einer Paarwohnung zwei feste Schlafplätze, meist nur dann, wenn es ein unterschiedlicher Arbeitsrhythmus dringend erforderlich macht. Das ist aber selten so. Nach der Geburt ist es allerdings häufig so, dass sich eine neue Schlafplatzfrage stellt. Wo schläft eigentlich ein Vater nach der Geburt? Denn Mutter und Kind schlafen quasi automatisch anfangs beieinander.

In diese Frage sollten vielleicht mehr Überlegungen investiert werden als in die Suche nach dem perfekten Kinderbett. Denn sehr wahrscheinlich werden Mann und Frau nicht entspannt nebeneinanderschlafen, während das Kind im Bettchen daneben friedlich schlummert, sich zum Stillen nur alle drei bis vier Stunden meldet, sich danach ohne Protest wieder hinlegen lässt und selig weiterschläft … Wer bereits ein Kind hat, hört spätestens hier auf zu lesen.

Das Baby braucht Nähe

Die meisten Erwachsenen wollen nicht allein schlafen. Und Babys wollen das schon mal gar nicht. Also ist vielleicht ein Beistellbett oder Babybalkon neben dem Elternbett eine gute Option. In der Tat sind diese sinnvoll, weil sie einen guten Rausfallschutz bieten. Der Kaufpreis allerdings wird meist nicht »abgeschlafen«, weil die Babys dann doch im Familienbett landen. Aber Beistellbettchen lassen sich auch gut als Bücherablage, Wickeltisch oder Platz für das Frühstück im Bett nutzen. Weiß ich aus eigener Erfahrung.

Das Baby braucht also Nähe und will häufig stillen – und dafür sollte man es sich als Eltern so einfach wie möglich machen. Wenn die Mutter das Baby bei den ersten Hungerzeichen schnell zu sich heranzieht, anlegt und weiterdöst, wird das zur geringsten Schlafunterbrechung führen. Da sich aber auch das Stillen anfangs erst mal einspielen muss, das viel spuckende Baby eventuell nachts noch aufstößt oder sonstige Bedürfnisse hat, wird mit Sicherheit auch der nebenan schlafende Vater immer wieder wach werden. Ist es nun sinnvoll, wenn zwei schlafbedürftige Erwachsene gleichzeitig wach sind und sich um das Kind kümmern? Beziehungsweise, dass der Vater wach danebenliegt, wenn die Mutter stillt?

Umgekehrt ist auch das Szenario, dass der Mann schnarchend im Bett liegt, wenn man nachts das fünfte Mal stillt, nicht gerade erquickend. Zwei nachts gleichermaßen wache Eltern mit einem sich letztendlich nur altersentsprechend verhaltenden Baby sind nicht gerade beziehungsfördernd. Ein halbwegs ausgeschlafener Vater, der vielleicht um sechs oder sieben Uhr morgens das oft recht vergnügte Baby übernimmt und der Mutter noch mal zwei Stunden ungestörten Schlaf ermöglicht, ist dagegen Gold wert.

Neue Schlafarrangements

Damit es sich auch um einen ausgeschlafenen Vater handelt, muss man sich vielleicht andere Schlafarrangements überlegen. Und ja, es ist völlig okay und nicht der Anfang vom Ende, wenn man das in getrennten Betten tut. Das Konzept des »Ehebetts« ist ohnehin völlig überbewertet und Schlaf bekommt in der Babyzeit einen völlig anderen Stellenwert. Beide Eltern müssen schauen, ein Mindestmaß davon zu bekommen, um ihren neuen 24/7-Job halbwegs gut erledigen zu können. Schlafmangel kann den Zombie in jedem eigentlich noch so friedfertigen Menschen wecken.

Die Investition in ein bequemes großes Sofa oder ein Gästebett in einem anderen Raum als dem Schlafzimmer wird manche Beziehung retten. Auch die Vereinbarung »Ab fünf, sechs oder sieben Uhr ist es DEIN Kind« hilft Müttern durch Dauerstillnächte, wenn das Baby gerade mal wieder einen Wachstumsschub hat, zahnt oder sich einfach verhält, wie Babys sich nun mal verhalten.

Auf Babynächte kann man sich kaum vorbereiten

Ihr könnt sicher sein, dass keine Babyschlafphase verlässlich ist. Hat man die ersten zwölf Wochen geschafft, kommt meist eine Phase, in der die Kinder seltener wach werden. Spätestens mit sechs Monaten werden aber bei vielen Babys die Nächte wieder unruhiger. Und immer wieder ist es so ganz anders, als man gerade noch dachte.

Mit einem Baby verändert sich der Schlaf aller Familienmitglieder. Und auf diese Babynächte ist man als Eltern nicht wirklich vorbereitet. Erst nach der Geburt erfährt man, wie müde Eltern sein können. Da es aber bereits eine Vorahnung davon gibt, wenden die meisten Eltern viel Energie auf, sich vorab um den bestmöglichen Schlafplatz fürs Baby zu kümmern. Dabei ist es vor allem eins, was Babys geborgen und sicher schlafen lässt: die Nähe zur Mutter, die es ja schon aus der Schwangerschaft kennt. Davon braucht es möglichst viel.

Ein bisschen müde schleppen sich alle Eltern durchs erste Babyjahr. Und auch danach bekommen wir Eltern oft zu wenig Schlaf. Doch die meisten von uns kennen auch den Unterschied zwischen »nur« etwas müde zu sein oder sich vom Schlafmangel wie erschlagen zu fühlen. Denn das ist ein großer Unterschied.

Im ersten Fall denkt man noch, dass ein bisschen mehr Schlaf guttun würde. Und man sich mit dem einen oder anderen Kaffee doch noch ganz gut durch den Tag schleppen kann. Der andere Zustand allerdings ist wirklich gefährlich. Und auch wenn man es sich vielleicht nicht eingestehen möchte, die meisten Eltern merken es doch recht deutlich, wenn der Körper am Limit ist, weil er zu wenig Regenerationsmöglichkeiten hat.

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Christian Gaca
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2020-02-03T11:06:30+01:00